An dieser Stelle mal ein großes Danke!

An alle Leser, die uns trotz der langen Flaut treu geblieben sind:-) Ich war wirklich überwältigt, als ich die Besucherzahlen gesehen habe. Auch über Euere Zuschriften habe ich mich sehr gefreut! Ich werde mir große Mühe geben, euch nicht noch einmal so lange warten zu lassen.

Eure Bluebird

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Eigentlich bin ich ja ganz tolerant…

“ich bin ja tolerant,aber…” ehrlich, ich hätte wirklich gern einen Cent für jedes  mal, wenn ich diesen Satz zu hören bekomme – obwohl der Unterhaltungswert  dessen, was danach folgt, meist auch nicht zu verachten ist. Fragt man so die Leute in seinem Umfeld, wie sie sich selbst einschätzen, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die meisten sich für sehr tolerant und umgänglich halten. Logisch, heutzutage möchte natürlich auch keiner Gefahr laufen, als Braun abgestempelt zu werden. Wenn man dann allerdings etwas spezifischer nachfragt, zum Beispiel wie jemand zum Thema Rauchen oder Geld für Asylbewerber steht, tun sich plötzlich ganz schnell Abgründe auf. Und die beginnen fast immer mit dem netten Satz: “also ich bin ja eigentlich sehr tolerant, ABER…” und dann geht es los. Und man erfährt von diesen ach so toleranten Menschen, dass es ja nicht sein könne, dass Raucher einfach so ihre Umwelt vergiften. Ja natürlich, prinzipiell könne ja schon jeder selbst entscheiden, was er tut, aber doch bitte nicht in der Kneipe. Und in der Öffentlichkeit ist das auch schwierig, ja, was ist das denn für ein Vorbild für unsere Kinder? Dann am besten zu Hause. Aber auch nur bei verschlossenem Fenster. Ja, klar dürfen die Leute rauchen, man ist ja tolerant;-)

Ein weiteres Beispiel für unsere sprichwörtliche “wir tolerieren alles aber nicht hier” – Haltung erlebe ich jedes Mal wenn ich erwähne, dass mich Religionen sehr faszinieren, und auch der Islam. Die erste Reaktion ist meist ein verstörter Blick, dann dauert es zwei Minuten, bis die uralte Kopftuch-Diskussion losgeht (Frauen sollen anziehen dürfen, was sie wollen! “und wenn sie ein Kopftuch tragen wollen?” “ähhh, ja, aber doch nicht draußen, dann können sie das ja daheim tun! Außerdem wollen die das gar nicht!”) und dann, keine fünf Minuten nach beginn des Gesprächs kommt der Satz der mir die Nackenhaare zu Berge stehen lässt “also, ich bin ja sehr tolerant, ABER…” in diesem Moment möchte ich manchmal den Leuten einfach vor die Füße kotzen. Kennt ihr das auch? Da möchte man hergehen, denjenigen schütteln und sagen: “NEIN, bist du nicht! Und jetzt verxxxt noch mal STEH DAZU!”

Ich meine, mal ganz ehrlich: Toleranz ist nicht gerade etwas, was uns in die Gene gelegt wurde. In der Steinzeit war es überlebenswichtig, Vorurteile zu haben und misstrauisch zu sein- stellt euch mal vor euer Kind wäre dem erstbesten Säbelzahntiger nachgelaufen, weil er so plüschig ist! Heutzutage ist es nicht mehr ganz so überlebenswichtig, Feinde und giftige Pflanzen direkt beim ersten Fehlversuch in die richtige Schublade einzusortieren; wir tun es dennoch, Tag für Tag, Stunde für stunde kategorisieren wir unsere Umwelt. Und es ist doch okay oder? Alle anderen tun es auch. Ich ertappe mich selbst ständig dabei, ehrlich. Ich meine, versteht mich nicht falsch, Kinder sind was tolles – aber wenn mir ein zehnjähriger auf offener Straße ein Bein stellt ist Schluss mit lustig. Dann ist mir weniger nach “oh der arme Kleine, hat bestimmt ne saufende Mutter”, als nach “warte, du Balg, die zeig ich mal, wie man sowas in Zeiten VOR der verflixten antiautoritären Erziehung gelöst hat. Oder diese Hundebesitzer… Also, ich will nix gegen Hunde sagen, ich LIEBE Tiere aller Art, wenn nur diese Besitzer nicht wären! Klar hat ein Hund Bedürfnisse und klar kann er nicht einfach wie wir auf’s Klo gehen aber muss er deswegen unbedingt in meinen Vorgarten… Und der Besitzer hängt pfeifend an andern Ende der Leine, unschuldig in die andere Richtung schauend, als hätte er nen Krampf im Hals. Da möchte man doch manchmal einfach… Also nur so ein kleines Steinchen, natürlich nicht auf den Hund! Aber das würde ich natürlich nie tun, denn ich bin ja eigentlich schon auch tolerant… ABER!

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Wenn mein Leben geradlinig wär, wäre es nicht mein Leben…

Liebe Leser,

nachdem ich jetzt auf Facebook so einige Anfragen bekommen habe, was denn eigentlich mit meinem Blog los ist (nämlich nichts) möchte ich dazu kurz Stellung nehmen.

In den letzten Monaten (okay, in den letzten fast 30 Jahren^^) war mein Leben eher das, was man kompliziert nennen könnte; dies lag wohl vor allem an der Hauptdarstellerin. Die kann ich allerdings schlecht austauschen, weswegen ich mich entschieden habe, meine inneren Seifenopern mehr nach außen, sprich, in diesen Blog zu tragen.

Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend, dass ich es sehr schwierig finde, inmitten all dieses Chaos, das in mir herrscht strukturiert zu schreiben. Wie soll ich in all den Emotionen das finden, was ich gern schreiben möchte? Ich fange an, schleppe mich bis Zeile 23 – und der Text versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich den Blick schon seit einer ganzen Weile sehr nach innen gerichtet halte.

Deswegen werde ich verstärkt mein eigenes Leben zum Gegenstand dieses Blogs machen. Das Leben mit ADHS mag nicht immer einfach sein – es ist aber garantiert auch nicht langweilig;-) Häufige Berufswechsel, das Zusammentreffen mit interessanten und teilweise wirklich gestörten Leuten, ständiges Zweifeln an sich selbst und der Wunsch, die Welt zu verändern, während man schon am Finden des Autoschlüssels scheitert – ich denke, Stoff gibt es genug. Was mir die letzten Monate fehlte, war der Mut, mich selbst so “auszuziehen”. Es ist einfach ein großer Unterschied, ob man über Chaos frotzelt und lustige Reiseberichte schreibt, oder wirklich sich selbst auf das Silbertablett packt, mit einem Schild daran: “Das bin ich. Nehmt es oder lasst es”.

Ich hoffe sehr, der ein oder andere hat Lust, sich etwas von dem Silbertablett zu nehmen=) Reiseberichte wird es auch weiterhin geben, ich liege gerade in den letzten Zügen eines Reiseberichtes über unsere Mittelmeerkreuzfahrt mit Schwiegereltern.

In diesem Sinne möchte ich mich im Leben zurückmelden. Endgültig. Endlich.

Bluebird

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Wir leben noch!

Nachdem ja schon seit Jahren über den pädagogischen Wert von Fernsehen und insbesondere Kindersendungen gestritten wird, möchte ich als Kind der 80er jetzt auch mal meinen Senf dazu geben. Der Grund: ich habe seit langem mal wieder eine Folge von Benjamin Blümchen gesehen und ich war entsetzt! Denn statt seiner geliebten Zuckerstückchen, machte er klar, dass er jetzt lieber erst mal einen Apfel esse, das sei nämlich viel gesünder. Und Zuckerstückchen vielleicht zum Nachtisch… Was ist denn bitte jetzt passiert? Jeder, der mit Benjamin Blümchen aufgewachsen ist, weiß doch, dass er Zuckerstückchen über alles liebt, schnüff… was will der denn bitte jetzt mit ÄPFELN?

Aber nicht nur Benjamin Blümchen, auch das Krümelmonster muss jetzt bekanntlich auf Diät gehen – die ständige Keksfutterei lässt sich nämlich leider nicht mit dem amerikanischen Gesundheitswahn… äh ich meine natürlich BEWUSSTSEIN vereinbaren. Denn das Land leidet ja wie seit langem bekannt an Übergewicht, nicht nur juveniler Art. Sicher… da ist bestimmt das Krümelmonster schuld… Genau. Deswegen futtere ich auch ständig Mottenkugeln, ich habe früher einfach zu viel Micky Maus gelesen und wollte wie Gamma sein.

Ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber ich habe eine schockierende Nachricht für euch: In meiner Kindheit durften das Krümelmonster und Benjamin Blümchen noch schlemmen, James Bond noch rauchen und sogar die Raupe bei Alice im Wunderland zog sich gemütlich eine Wasserpfeife rein (ist DAS eigentlich mal irgendjemandem aufgefallen??). Die Frau bei Tom und Jerry war noch schwarz (ups, ich meine natürlich dunkelhäutig, oder wie nennt man das heutzutage noch mal?) und Dumbo tanzte in seinem Alkoholrausch mit bunten Elefanten… Und soll ich euch etwas sagen? ICH LEBE NOCH! Und ich bin weder übergewichtig noch zuckerkrank (ernähre mich sogar eigentlich recht gesund?), nehme keine Drogen (ok, aber die sind ärztlich verordnet;-) und bin auch kein Rassist. Genau genommen habe ich mir, wie wahrscheinlich die meisten Kinder, überhaupt keine Gedanken über die Frau gemacht – und auch nicht über den ganzen anderen Kram, den die Figuren auf dem Bildschirm so getrieben haben. Und wenn sich die Leute wirklich solche Sorgen um die Wirkung des Fernsehens auf unsere Kinder machen, sollten sie mal lieber auf diese Produktionen achten;-). Da werden Drogen nämlich glatt zur Lösung.

Spongebob Schwammkopf zum Beispiel: die Serie ist eigentlich genial – insbesondere, wenn man sie unter dem Aspekt eines gigantischen LSD-Trips betrachtet. Jetzt mal ehrlich, welche Algen hat der Schöpfer denn genommen? Allein die Farben und die Realsequenzen mit dem Piraten lassen doch gar keinen anderen Schluss zu;-). Und Patrick raucht unter seinem Stein mit großer Sicherheit die ein oder andere Tüte, das sieht man doch schon am Blick… Spongebob allerdings ist wahrscheinlich wirklich clean – der ist halt einfach so. Alles in allem: null pädagogische Wirkung, aber lustige 100% Kopfklatsch-Faktor;-)

Spaßig ist es auch, mal morgens vor der Arbeit auf Programme für die Kleinsten zu gehen. Während ich hier sitze, wackeln gerade drei animierte Seejungfrauen über den Bildschirm – allerdings mitten im Wald – von Wasser keine Spur. Ah ja… genau. Fische mit Gitarre am Lagerfeuer… Aber was wundere ich mich eigentlich? Ich bin mit sprechenden, atomar verseuchten Schildkröten und Geisterjägern aufgewachsen. Ein Wunder, dass ich nicht mit einem Staubsauger auf dem Rücken durch die Gegend laufe und mich mit Ratten unterhalte.

Total hirnerweichend ist auch Lazy Town, habt ihr das mal gesehen? Die Kinder dort sind total traurig, wenn sie keine Karotten knabbern und sich bewegen dürfen, schnüff… und dann ist da so ein böser Mann im Streifenpyjama, der will, dass sie alle faul und fett werden. Und die Hauptfigur ist ein Mädchen mit pinken Haaren – wie diese Porno-Perücken. Da beschwer sich noch mal einer über die stylischen Strapse von Pipi Langstrumpf. Ich frage mich, für wie blöd sie unsere Kinder halten – denken die ernsthaft, dass sie davon Lust auf Karotten und Äpfel kriegen statt auf Schokolade? Dann denken die wohl auch, das Bibel TV Leute zum Christentum bekehrt…

Der Knaller des heutigen Kinderfernsehens allerdings ist für mich Prinzessin Lillifee! Also ich muss jetzt mal gestehen, ich stand früher wahnsinnig auf diese kleinen Plastikpferdchen in ihrer quietschbunten Regenbogenwelt… aber nachdem ich mal versehentlich in das Tanztheater von Prinzessin Lillifee reingezappt habe ( bei dem ich ganz unwillkürlich an den „Bello aus dem Zauberwald“ bei „Keinohrhasen denken musste=) hatte ich das dringende Bedürfnis, mir Insulin zu spritzen. Meine Herren, das erträgt das stärkste Mädchen nicht ohne Medikamente. Ich sehe im Geiste schon die Gruppentherapie in 10 Jahren vor mir, wo Menschen beim Anblick von Rosa das Schreien anfangen und ihre Albträume von seltsamen Wesen kurieren lassen müssen…

Aber das Lustige ist: die Kinder von heute werden das wahrscheinlich genauso überleben wie wir damals die gefährlichen Aktionen von Pipi Langstrumpf. Auch sie werden (hoffentlich!) nicht im Feenkostüm zur Arbeit gehen und ihre Goldfische um Hilfe bei den Schularbeiten bitten. Der beste Beweis dafür ist meine kleine Schwester. Als sie ein Kleinkind war, war gerade die Diskussion über die Teletubbies in vollem Gange. Die Pädagogen beschworen Schreckensszenarien herauf von Kindern mit nur noch rudimentär vorhandenen Sprachkenntnissen (so manche Eltern sind damals schweißgebadet aus ihren Albträumen von gigantischen Lalas aufgeschreckt, die mit dröhnender Bassstimme „Tubby Pubbing!“ gröhlten) und intellektuell beschränkten Fähigkeiten, und das alles wegen ein paar tanzenden, plappernden Plüschfernsehern und einem Staubsauger! Meine kleine Schwester kümmerte das damals wenig – die Viecher waren kuschelig, sie fand die Antennen lustig und als sie krank war, zwang sie mich gnadenlos, mit ihr Teletubbies zu schauen. Täglich und STUNDEN lang! Das Resultat: Sie besucht heute erfolgreich das Gymnasium – und ich reite seit mehreren Jahren einmal wöchentlich auf meinem Besen zu meiner Therapeutin…

 

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Kartoffeln muss man so behandeln!

Noch ein lustiger Hinhörer, den wir bei einer bekannten Fast-Food Kette während des Wartens am Drive in aufgeschnappt haben:

Mitarbeiter 1: “Mensch ey, seid doch mal n bisschen freundlicher zu den Pommes ey, das geht doch so nisch!”

Mitarbeiter 2: “Alter, Pommes kann man so behandeln, sind doch Kartoffeln, oder? Und man sagt doch, fallen lassen wie ne Kartoffel!”

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Unser Nachbarsjunge – ein echter Geologe

Ich liebe Kindermund und deswegen möchte ich euch diese Stilblüte unseres Nachbarsjungen (6) nicht vorenthalten:

Der Kleine war mit seiner Familie auf einer Veranstaltung und hatte wohl eine neue Kette dabei; an der Kette prangte ein Bernstein. Er zeigte sie stolz im Kreis seiner Freunde herum und prahlte: “Schaut mal, die hab ich bekommen.” Strahlend zeigt er dann auf den Stein und meint: “Das ist sogar ein echter Urinstein.” Die Kinder und ihre Eltern nickten anerkennend und es dauerte eine ganze Weile, bis der endlich Groschen fiel…

Wir hatten vor Lachen Tränen in den Augen und Muskelkater in den Bäuchen. Lustigerweise erzählte er die Geschichte dann wohl auch noch seinen Tanten, als diese gerade auf der voll befahrenen Autobahn mitten durch eine Baustelle fuhren. Die Tante am Lenkrad musste so lachen, dass sie vor Tränen die Fahrbahn nicht mehr erkennen konnte.

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Feminismus – nicht mit mir!

Ich muss es jetzt einmal ganz ehrlich sagen: mir steht das Gerede von zu wenig Frauen in Manager-Positionen bis hier! Und was mir noch mehr stinkt, ist die Tatsache, dass uns Frauen ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, wenn wir nicht nach Macht, Geld und der ganz großen Karriere streben. Und natürlich noch nebenbei den Haushalt jonglieren – aber nein, halt, das macht ja dann unter Umständen der Ehemann, der sich Vaterzeit nimmt. Vielleicht sieht das hier jemand anders – aber für mich riecht das schlicht und ergreifend nach dem Versuch, die Geschlechterrollen einfach umzudrehen. Und damit es politisch korrekt ist, bekommt das ganze den schönen Aufkleber „Feminismus“. Aber halt, das ist ja auch wieder zu stigmatisierend, da denken alle gleich an Alice Schwarzer, Lesben (nein, ich bin nicht homophob, ganz im Gegenteil^^) und verbrannte BHs…. Also nennen wir es mal lieber „Gleichberechtigung“. Das klingt netter.

Und die Gleichberechtigungsbewegung nimmt aus meiner Sicht teilweise sehr seltsame Züge an. Frauenquoten sind einer davon. Liebe Regierung, liebe Unternehmen: habt ihr mal drüber nachgedacht, warum der Prozentsatz von Frauen in leitenden Positionen so niedrig ist? Natürlich liegt das auch an der Kinderbetreuung, aber ganz ehrlich: viele Frauen haben auch einfach keine Lust auf den Hahnenkampf in der Führungsetage… weil das biologisch gesehen gar nicht unsere Baustelle ist. Und damit steche ich jetzt wahrscheinlich in ein Wespennest, denn meine Überzeugung rüttelt an einer der Grundfesten des modernen Denkens, durchatme und weckduck: „MÄNNER UND FRAUEN SIND NICHT GLEICH!“ Und wohlgemerkt – ich bin eine Frau, und nein, mein Mann steht nicht mit der Peitsche hinter mir;-) Ich will einfach nur mal aussprechen, was ich schon lange denke. Männer und Frauen sind gleich viel wert, ja – aber wir sind nicht gleich. Und das ist auch verdammt noch mal gut so! Mal ganz ehrlich, abgesehen davon, dass Mario Barth ohne die männlich-weiblichen Unterschiede arbeitslos wäre – die Klischees kommen doch nicht von ungefähr. Wo wäre denn der Sinn an zwei Geschlechtern, wenn sie sich nicht unterscheiden?

Der Feminismus, der heute vorherrscht, geht aus meiner Sicht in eine völlig falsche Richtung, denn er predigt uns Frauen, dass wir wie Männer sein müssen, um „richtige“ Frauen zu sein. Merkt ihr was? Ist das nicht schizophren? Um richtige, gleichwertige Frauen zu sein und uns als solche fühlen zu dürfen, müssen wir uns wie Männer verhalten (aber aussehen sollen wir bitte wie Vollblutmodels;-). Weibliches Verhalten hingegen ist nicht erwünscht. Vollbusige, schlanke Männer im Frauenkörper sozusagen.

Der Zwang zur Gleichberechtigung fängt mittlerweile auch schon früh an. Da werden z. B. Gelder in Projekte gesteckt, um Mädchen für den Ingenieursberuf zu begeistern, aber warum? Weil man davon ausgeht, dass sie und ihre Familien vor lauter Schubladendenken ansonsten vielleicht gar nicht mitbekommen würden, dass die Kleine sich für Naturwissenschaften interessiert. Da gebe ich mal einen ganz heißen Tipp: Mal ins Schulzeugnis geschaut? Seziert sie in ihrer Freizeit lieber Frösche, als mit Barbie-Puppen zu spielen? Aha, Treffer. Also wird sie später schon mal keine Friseurin. Aber gut, Kinder zu fördern und ihnen das Ausprobieren zu ermöglichen ist ja mal prinzipiell keine schlechte Sache, das geht ja noch. Nur wie sieht es bei den Erwachsenen aus? Eine Frau, die von sich sagt: „Ich bin NUR Hausfrau und Mutter“, wird erst mal mitleidig belächelt. Na ja, wenn die Kinder mal im Kindergarten sind, wird sie schon begreifen, worum es geht und wieder arbeiten gehen. Wenn die Frau, von den Blicken verunsichert, dann sagt: „Aber mir reicht das vollkommen, ich gehe in meiner Rolle als Mutter auf“ – DANN ist die Kacke am Dampfen. Ungläubige bis böse Blicke, entsetztes Schnauben: „Wie kannst du so etwas was sagen? All die Rechte, für die die Frauen so viele Jahre gekämpft haben, wie kannst du das nur wegwerfen?“

Gutes Stichwort. Wofür wurde denn jahrelang gekämpft? Ja, wir Frauen müssen nicht mehr zu Hause bleiben, wenn wir es nicht wollen, wir dürfen ohne Einverständnis unseres Ehemannes den Führerschein machen, uns scheiden lassen und die Pille nehmen. Das sind wirklich gute Errungenschaften, das will ich gar nicht bestreiten. Und was das betrifft, sind wir auch noch nicht am Ziel. Frauen verdienen immer noch weniger als Männer, das sehe ich durchaus auch als problematisch an. Dennoch muss ich feststellen, dass die Welle der Gleichberechtigung in ein paar Punkten über das Ziel hinaus geschossen ist. Und deswegen fordere ich jetzt mal die wahre Gleichberechtigung:

Echter FEMINismus bedeutet für mich, ohne wenn und aber eine Frau sein zu dürfen, selbst,wenn ich dabei alle alten Klischees bediene. Warum darf ich als Frau keine Hausfrau sein? Irgendjemand muss es ja machen und wenn ein Mann genug für eine Familie verdient, wieso muss ich mir dann die Doppelbelastung antun (die im Übrigen wirklich in den meisten Fällen an der Frau hängt^^). Wieso soll ich Geld verdienen um eine Putzfrau und ein Kindermädchen zu bezahlen – wenn ich den Job dann in der Zeit doch auch einfach selbst erledigen kann? Wenn ein Einkommen nicht ausreicht, stellt sich die Frage natürlich nicht. Warum muss ich saufen können wie Papi – aber das Kochen soll ich plötzlich den Männern überlassen, weil der neue Hausmann jetzt „in“ ist? Muss ich wirklich ein eigenes Auto haben, wenn meine Arbeitsstelle (oder im Falle der Hausfrau, der Supermarkt) sich doch direkt um die Ecke befindet? Und warum durften Generationen von Frauen vor mir grundlos weinen und emotional labil sein – und ich muss jetzt rational und logisch agieren, nur weil unsere Gesellschaft das jetzt so will? Das ist ja sooo unfair:-(

Also liebe Mädels, bevor ihr das nächste Mal eurem Freund den Getränkekasten aus der Hand reißt, weil ihr das „doch selbst könnt“, haltet mal einen Moment inne. Ist es das, was ihr wollt? Oder sehnt ihr euch nicht auch manchmal danach, einfach ganz ungehemmt Mädchen sein zu dürfen? Denkt mal drüber nach. Die Frauen von damals wussten wenigstens noch, wer sie sind.

Okay. Ich nehm alles zurück. Gerade habe ich Daniela Katzenberger im Fernsehen gesehen, als Beispiel für die Frau von heute. Um Himmels willen, ich glaub mir ist schlecht. Also gut,  Planänderung: Wir kaufen uns Springerstiefel, trinken Bier und verbrennen unser Make-Up. Wenn das die Weiblichkeit von heute ist, bin ich lieber ein Kerl.

Auf die Revolution!!!!

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Musikalische Neuorientierung…

Hier eine kleine Aktualisierung: Mein Duokollege Klaus und ich haben die Band “Adam and the Backbeats” verlassen; der Grund liegt schlicht und ergreifend darin, dass wir uns mehr auf das Duo konzentrieren wollen.

Deshalb wird es auch bald einige Neuerungen für das Duo geben. Zum Einen sind wir dabei, eine eigene Homepage zu erstellen und auch unser Programm wird gerade generalüberholt, mit tollen zusätzlichen Songs wie z. B. “I need a hero”, “White Flag” und “What a feeling”.

Leider haben wir zurzeit nur private Auftritte – aber das wird sich hoffentlich bald wieder ändern=) Schaut einfach regelmäßig rein -

wir freuen uns auf euch!

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Idiocracy – es passiert schon heute…

Ich kann sie sehen. Sie sind überall. Auf der Straße. Morgens beim Bäcker. Sogar am Arbeitsplatz. Man trifft sie ständig, ob man will oder nicht. Es gibt kein Entkommen.

Nein, ich rede nicht von den Außerirdischen – ich rede von dummen Menschen!

Kennt ihr so was auch? Das sind die Leute, die vor uns beim Bäcker stehen und fragen: „Haben Sie Brot?“ Und am liebsten würde man Ihnen auf die Schulter tippen und sagen: „Also, wenn Sie Brot wollen, sind Sie beim Bäcker komplett verkehrt – versuchen Sie’s doch mal im Sanitärfachhandel gegenüber.“ Lustig war auch die Frage in einem Internetforum: „Wenn da steht „inklusive Mehrwertsteuer“, muss ich die dann noch extra bezahlen oder ist die schon dabei?“

Jetzt mal im Ernst: Wir reden hier von einem Land, in dem mindestens neun Jahre Schulbildung Pflicht sind. Okay, über den Wert der Hauptschule als Bildungseinrichtung kann man jetzt streiten – es sei denn man versteht Türkendeutsch und Bierflaschen öffnen als wertvolle Qualifikation für das spätere Berufsleben. Aber kann es wirklich sein, dass Teenager den Tampon für eine sinnvolle Verhütungsmethode halten und denken, Fleisch werde tierfreundlich im Supermarkt produziert?? Viele wissen ja gerade mal mit Hängen und Würgen den Namen der deutschen Hauptstadt. Aber wenn man sie fragt, welche Z-Promis gerade im Dschungelcamp herumhüpfen, oder wer sich gestern bei Superstar zum Affen gemacht hat – da läuft das Gedächtnis plötzlich zu Hochtouren auf (ist es jetzt eine Bildungslücke, dass ich von beiden Sendungen noch nicht eine einzige Folge gesehen habe?). Und das betrifft wirklich nicht nur die Hauptschüler – ich habe Gymnasiasten getroffen, die nicht wussten, dass die USA keinen Bundespräsidenten hat. Um dem Tiefstand der Bildung entgegen zu wirken, greifen die öffentlich-rechtlichen Sender zu verzweifelten Maßnahmen. Oder wie sonst erklärt es sich, dass die abendliche Nachrichtensendung mittlerweile eher wie die Kindernachrichtensendung „LOGO“ klingt? Am Anfang fiel mir das gar nicht so auf, bis ich eines Abends mitten hinein schaltete und gerade ein schönes Schaubild zum Thema Bankenkrise gezeigt wurde. Alles wurde ganz detailliert erklärt und mit bunten Bildchen unterlegt und ich dachte wirklich fünf Minuten lang, ich sei auf dem KiKa gelandet. Die privaten Sender wiederum gehen den direkten Weg in die Herzen der Mehrheit: Sie werfen viele schöne Skandalschlagwörter à la Bildzeitung in den Raum und versuchen das ganze mit möglichst schockierenden Bildern zu unterfüttern. Das passt dann auch schön zum restlichen Präkariats-Verdummungsprogramm, frei nach dem Motto: „Je ekliger und schamloser desto besser.“ Wahrscheinlich wissen heute viel mehr Leute, wie es bei einem Messie in der Wohnung aussieht als an der Börse.

Allerdings bin ich wahrscheinlich auch einfach zu anspruchsvoll. Ich meine, hey, heute kann man nicht mehr erwarten, dass man jemanden trifft, mit dem man sich auf gehobenem Niveau (nein, nicht die Gesichtscreme^^) unterhalten kann – man sollte froh sein, wenn man sich mit seinem Gegenüber überhaupt verständigen kann. Viele Menschen (und nein, damit meine ich jetzt gar nicht so sehr unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund) können nämlich überhaupt kein richtiges Deutsch mehr! Ein grammatikalisch korrekter deutscher Satz, bestehend aus Subjekt, Prädikat, Objekt, klar und deutlich artikuliert – so etwas gibt es heute gar nicht mehr! Ist mal jemandem aufgefallen, dass in den meisten Sendungen des Privatfernsehens immer mehr Mitbürger untertitelt werden müssen? Manchmal bin ich ganz geschockt, wenn ich merke, dass die Leute dort wirklich deutsch sprechen.

Einen Vorteil allerdings hat diese Entwicklung: man hat etwas zu lachen, wie man auf Seiten wie z. B. www.belauscht.de sehen kann. Auch wenn es teilweise (Kindermund ausgenommen!) tragisch ist – über manche Beiträge habe ich wirklich Lachtränen vergossen. Deshalb wünsche ich euch hier auch viel Spaß beim Weinen!

PS: Wer in diesem Beitrag Ironie oder Arroganz findet, darf sie gern behalten – ich hab noch genug davon;-)

 

 

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Schandmaul live auf dem Schlossplatz in Fulda – wir waren dabei!!!

Wir waren gestern auf dem Schandmaul-Konzert in Fulda auf dem Schlossplatz – und ich bin immer noch hin und weg! Ich schwöre euch, es hat sich so was von gelohnt! Seit ewiger Zeit wollte ich die Jungs mal live sehen (höre Schandmaul ja auch schon eine ganze Weile) und es hat irgendwie nie geklappt! Aber jetzt!

Eigentlich verlief dieser Konzertbesuch auch nicht ganz ohne Hindernisse. Denn ursprünglich wollten wir schon letztes Wochenende nach Hanau gehen, mussten den Besuch aber in letzter Minute verschieben, weil mir ein spontaner Auftritt mit Lucky Two dazwischen kam. Und unsere Fahrt nach Fulda ließ auch nicht gerade auf einen lauschigen Konzertabend schließen. Es goss in Strömen und die Blitze zuckten nur so um uns herum… keine guten Voraussetzungen für ein gelungenes Open Air!

Als wir in Fulda ankamen, war der Wolkenbruch glücklicherweise zu einem leichten Nieselregen verebbt. Das Konzert fand im Innenhof des Fuldaer Schlosses (solche Sätze morgens um halb acht, bäääh…) statt und wir waren angenehm überrascht von der gemütlichen Atmosphäre. Der Hof war nur locker gefüllt; man kann über die neuen Regelungen über Besucherzahlen sagen was man will, aber ich finde es viel angenehmer, nicht wie eine Sardine auf dem Konzert zu stehen=)

 

Als Vorgruppe spielte Burn, eine Rock- und Modern Wave-Band aus Münster, die ihr neues Album „Truth“ vorstellten. Der Stil war nicht schlecht, allerdings stellten mein Mann und ich schnell fest, dass der Harmonizer sehr großzügig verwendet wurde. Auch die Einstellungen waren natürlich auf den Hauptgig festgelegt, so dass Burn teilweise Probleme mit Rückkoppelungen hatte. Aber vielleicht hören wir das auch nur, weil wir so oft mit Lucky Two unterwegs sind=) Insgesamt fand ich die Musik recht cool.

Um kurz vor neun ging es dann endlich los – Schandmaul betrat die Bühne und hatte das Publikum vom ersten Moment an fest im Griff. Die Besetzung war gestern nicht ganz original: Der Schlagzeuger, Stefan, wurde bei seiner Frau im Kreissaal gebraucht=) Und Thomas hatte sich beim Fußball die Schulter gebrochen, so dass ein Gastgitarrist seine Instrumentalparts übernehmen musste! An dieser Stelle mal ein dickes Lob an die beiden Ersatzmusiker – ich war beeindruckt von der tollen Leistung, und das in so kurzer Zeit. Einfach nur wow. Thomas bewies dann auch direkt seinen Humor, denn sein erster Satz lautete: „Ich bin blöd!“ und dann stimmte er, wie er sagte, passend zu seiner „Blödheit“ das Lied „Missgeschick“ an und hatte damit direkt die ersten Lacher auf seiner Seite. Spätestens jetzt waren auch die letzten Regenwölkchen verflogen und ein wunderschönes Konzert unter lauem Sommerhimmel nahm seinen Lauf.

Die Show ging mit diesem Lied lustig und heiter los und führte im Laufe des Abends durch so manches emotionale Auf und ab. Im Mittelpunkt stand natürlich die neue CD „Traumtänzer“ die mit wunderschön arrangierten, mitreißenden Songs besticht. Lieder wie „auf hoher See“, „der Alchemist“ oder auch eines meiner Favoriten, „das Hexeneinmaleins“ und die dazugehörigen Geschichten luden nach alter Schandmaul-Manier zum Mitfiebern, Mitsingen und Mittanzen ein. Im Übrigen war hier die Abmischung perfekt: man hörte jedes Instrument, jeden Schlag, jeden Ton glasklar. Ein echter musikalischer Traum. Manche Rhytmen waren überraschend neu (und das ist positiv gemeint!); so finden sich teilweise spanische Klänge neben Polka-Mukke wieder, und es war so sehr schwer, die Füße stillzuhalten! Das aber ist von der Band auch gar nicht gewollt: So gab es zwischendrin sogar eine „Polka Wall of Death“ bei der das Publikum in Reihe durch den Hof „polkte“. Es war wirklich klasse! Doch auch alte und ältere Klassiker durften nicht fehlen: so wurde natürlich zum Schluss noch mal der erste eigene Song der Band, „Teufels Weib“ zum Besten gegeben und das Publikum gröhlte ordentlich mit. Auch die Songs des Albums „Anderswelt“ waren mit „Frei“, „Krieger“ und „Missgeschick“ gut vertreten. In den Umbaupausen wurden wir ebenfalls bestens unterhalten, u. a. mit versauten Liedchen zum Mitsingen (mein Taubertal-Trauma!!!) Polka-Unterricht und Klatschrhytmen. Und natürlich immer wieder gab es Thomas’ legendäre Textaussetzer, die man meist daran merkte, dass eine der Damen deutlich vorsang und er dann nachrückte. Genau solche Kleinigkeiten sind es, die die Band für mich unglaublich sympathisch machen.

Aber das Konzert war durchaus nicht nur laut und lustig, es gab auch den ein oder anderen ruhigen, melancholischen Moment und ich muss gestehen, dass ich auch ein paar Tränchen vergossen habe. Gerade bei so schönen, eingängigen Liedern wie „der Anker“ oder „Halt mich“ wurde die Stimmung auf wundervolle Weise einträchtig, still und fast schon friedlich.

Was mich für die Band sehr freut, ist, dass sie ein Lied für Thomas’ Lieblingsschriftsteller, Wolfgang Hohlbein, schreiben durften; das Lied heißt „Geas’ Traum“ und man konnte seine Rührung über diese Ehre wirklich anmerken. Ich glaube, genauso würde ich mich fühlen, wenn ich mit Thomas mal ein Lied singen dürfte, seufz… ich würde ihm auch gern den Text soufflieren=D

Alles in allem fand ich den Auftritt der Schandmäuler mehr als gelungen! Neben der tollen Musik machte auch die Integrität und sympathische Art der Band viel von der Atmosphäre aus. Vielleicht liege ich falsch, aber ich finde man spürt die Liebe zu dem, was sie tun in jeder Zeile, jedem Ton. Nach einem kleinen Battle zwischen Thomas und dem Gitarristen mit dem Lied „Der Wandersmann“ (bei dem Thomas eigentlich verlor, dies aber geschickt kaschierte, indem er unter einem Vorwand den Song abbrach;-) kam es dann zum krönenden Abschluss der Show: Mit dem Song „Willst du?“ verabschiedeten sich die Musiker von ihrem begeisterten Publikum. Mir liefen noch die Tränen, als wir schon am Auto waren und ich war so froh, dass es diesmal endlich geklappt hatte. Es war bestimmt nicht mein letztes Schandmaul-Konzert!

 

 

 

 

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